„Das neue Schlagwort heißt ‚systemrelevant‘“

Der Deutsche Frauenrat (DF) veröffentlichte eine 4-seitige Stellungnahme unter dem Titel „Frauen in der Corona-Krise“:
Eingangs heißt es: „Wir befinden uns mit der Corona-Pandemie in einem Ausnahmezustand, der deutlicher denn je bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern sichtbar werden lässt. Für alle ist spürbar, dass Frauen unsere Gesellschaft in dieser Krise zusammenhalten. Doch trotz all ihrer Leistungen im Beruflichen wie im Privaten ist schon jetzt zu befürchten, dass Frauen bei den Maßnahmen zur Abmilderung der Krisenfolgen ins Hintertreffen geraten. Der Deutsche Frauenrat fordert deshalb eine geschlechtergerechte Krisenpolitik, die sicherstellt, dass die dafür eingesetzten Steuermittel gleichermaßen bei Frauen wie bei Männern ankommen. Auch oder gerade in der Krise trägt ein geschlechtergerechter Bundeshaushalt zu einer gesamtgesellschaftlichen Stabilisierung bei.“
Der DF trifft folgende Feststellung: „Die Corona-Krise macht deutlich: Ein System, das maßgeblich von den Schlechtbezahlten, Doppelbelasteten und von Gewalt Bedrohten zusammengehalten wird, arbeitet schon im Normalbetrieb an seiner Belastungsgrenze. Aus Corona lernen muss deshalb heißen, die systematische Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern abzubauen. Grundvoraussetzung dafür ist eine geschlechtergerechte Verteilung der Mittel in allen öffentlichen Haushalten. In Zeiten der Pandemie hätte eine ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie, die alle Entscheidungsebenen verpflichtet, Gleichstellung als Querschnittsthema in ihren Vorhaben und Projekten zu berücksichtigen, viel Gutes bewirkt. Nach der Krise muss sie kommen. Der Deutsche Frauenrat wird darauf achten und erst recht nach dieser Krise eine wirksame strukturelle Gleichstellungspolitik einfordern.“

Quelle: fpd 757

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